In einer tragischen Wendung der Ereignisse wurde Hisham Abugharbieh, ein 26-jähriger Mann, als Verdächtiger in den Mordfällen an zwei Doktoranden der University of South Florida identifiziert. Die beiden Opfer, Nahida Bristy und Zamil Limon, stammten aus Bangladesch und waren vielversprechende Studenten in ihren jeweiligen Fachbereichen. Bristy war eine talentierte Chemieingenieurin und Limon studierte Geographie, Umweltwissenschaften und Politik. Beide wurden zuletzt am 16. April gesehen, bevor sie als vermisst gemeldet wurden.
Die Ermittlungen nahmen eine merkwürdige Wendung, als bekannt wurde, dass Abugharbieh kurz vor dem Verschwinden der beiden Studenten mithilfe der künstlichen Intelligenz ChatGPT mehrere bedenkliche Fragen stellte. Er fragte unter anderem, was passieren würde, wenn ein menschlicher Körper in einem Müllsack in einen Müllcontainer geworfen würde. Darüber hinaus erkundigte er sich, ob die Fahrgestellnummer seines Autos geändert werden könne und ob er eine Waffe ohne Lizenz zu Hause aufbewahren dürfe. Diese Anfragen wurden von ChatGPT als potenziell gefährlich eingestuft.
Am 17. April kontaktierte ein Freund die Polizei, da er keinen Kontakt zu Bristy und Limon herstellen konnte. Die Polizei begann daraufhin, Nachforschungen anzustellen. Bei einer Durchsuchung von Bristys Büro auf dem Campus fanden die Ermittler persönliche Gegenstände wie ihre Handtasche, ihren Laptop und ihr iPad. In Limons Wohnung, die er mit zwei Mitbewohnern teilte, fiel den Ermittlern auf, dass Abugharbiehs kleiner Finger bandagiert war. Auf Nachfrage bestritt Abugharbieh jegliche Verwicklung in das Verschwinden von Limon.
Ein dritter Mitbewohner berichtete, dass Abugharbieh in der Nacht zum 16. April Kartons mit einem Wagen aus seinem Zimmer zum Müllverdichter transportiert hatte. In diesem Müllverdichter entdeckten die Ermittler persönliche Gegenstände von Limon, darunter seine Geldbörse, seinen Campusausweis, Kreditkarten, seine Brille und Kleidung mit Blutspuren.
Weitere Untersuchungen führten die Ermittler zu Blutspuren, die von der Küche zu Abugharbiehs Schlafzimmer führten, sowie zu weiteren Blutflecken in seinem Zimmer. In Limons Schlafzimmer fanden sie Bristys Campusausweis und Kreditkarten, was darauf hinwies, dass sie vor ihrem Verschwinden in der Wohnung gewesen war.
Mittels Standortdaten von Abugharbiehs Handy und eines Nummernschildlesers konnten die Ermittler nachvollziehen, dass sich Abugharbiehs Auto und Limons Handy sowohl auf einer Brücke als auch am Clearwater Beach befunden hatten. Am Fundort nahe der Brücke entdeckten die Ermittler einen Müllsack mit Limons Leiche, die laut gerichtsmedizinischem Gutachten zahlreiche Stichwunden aufwies.
Abugharbieh, ein in den USA geborener Staatsbürger, wurde zunächst am Freitag im Haus seiner Familie festgenommen. Zu den vorläufigen Anklagepunkten gehören das unrechtmäßige Bewegen einer Leiche, das Unterlassen der Meldung eines Todesfalls, Beweismanipulation, Freiheitsberaubung und Körperverletzung. Bei der Festnahme, die nach einem Bericht über häusliche Gewalt erfolgte, verbarrikadierte sich Abugharbieh zunächst in dem Haus. Ein SWAT-Team, ein Drohne, ein Roboter und Verhandler waren im Einsatz, bevor er schließlich in einem blauen Handtuch gekleidet aufgab.
Für die University of South Florida war Abugharbieh kein Unbekannter. Er war von Frühjahr 2021 bis Frühjahr 2023 an der Universität eingeschrieben und verfolgte einen Bachelor in Management. Momentan ist er jedoch nicht mehr als Student registriert. Die Universität drückte ihre Trauer über den Verlust der beiden vielversprechenden Studenten aus und betonte die Tragödie des Vorfalls. Die Ermittlungen dauern an, während die Universität und die Gemeinschaft der Opfer gedenken.