So verhindern Sie, dass KI-Unternehmen Ihre Daten für das Training nutzen

Nutzer können sich bei den meisten KI-Diensten von der Datennutzung für Modelltraining abmelden, doch Meta zwingt US-Nutzer weiterhin zur Teilnahme.

In der heutigen digitalen Welt stehen Verbraucher vor der Herausforderung, ihre Privatsphäre im Umgang mit künstlicher Intelligenz zu schützen. Viele große KI-Unternehmen verwenden standardmäßig die Gespräche der Nutzer, um ihre Modelle zu trainieren. Zu den prominenten Akteuren in diesem Bereich gehören ChatGPT, Claude, Gemini, Copilot und Grok, die alle auf Daten von Benutzern zurückgreifen, es sei denn, Nutzer entscheiden sich aktiv dagegen.

Die Möglichkeit, sich aus der Nutzung persönlicher Daten für das Training von KI-Modellen auszuklinken, ist ein kritisches Thema geworden. Grundsätzlich dauert dieser Prozess nur etwa eine Minute pro Dienst und beeinflusst den täglichen Gebrauch kaum, da Personalisierung und Speicher separat verwaltet werden. Eine Ausnahme bildet jedoch Meta: Nutzer in den USA haben keine Möglichkeit, sich gegen die Verwendung ihrer Daten für das KI-Training zu entscheiden. Seit Dezember des letzten Jahres nutzt das Unternehmen Meta AI-Chats auch für gezielte Werbung, ohne dass die Nutzer dies ablehnen können.

Es ist wichtig zu beachten, dass das Opt-out nicht rückwirkend gilt. Das bedeutet, dass frühere Gespräche weiterhin für das Training genutzt werden können. Zudem löscht das Opt-out keine bereits vorhandenen Daten, die den jeweiligen Datenaufbewahrungsrichtlinien der Plattformen unterliegen.

Bei ChatGPT, einem der bekanntesten KI-Dienste von OpenAI, können Nutzer das Opt-out über die Option „Improve the model for everyone“ unter den Datenkontrollen in den Einstellungen finden. Alle persönlichen Nutzerkonten sind standardmäßig eingeschaltet. Obwohl das Abschalten dieser Funktion verhindert, dass zukünftige Gespräche für das Training genutzt werden, bleiben die Unterhaltungen im Chatverlauf sichtbar. Für besonders sensible Gespräche bietet ChatGPT die Funktion „Temporary Chats“, die nie für das Training verwendet werden und nach 30 Tagen von OpenAI gelöscht werden.

Anthropic, das Unternehmen hinter Claude, begann erst im August des Vorjahres mit der Nutzung von Konsumentenchats für das Modelltraining. Anwender können die entsprechende Option unter „Privacy“ in den Einstellungen deaktivieren. Wenn diese Funktion aktiviert bleibt, behält Anthropic die Unterhaltungen für bis zu fünf Jahre. Wird sie deaktiviert, kehren Konten zu einem älteren 30-Tage-Löschfenster zurück. Daten, die bereits für das Training verwendet wurden, werden jedoch nicht gelöscht.

Google hat kürzlich die Kontrolloption in Gemini in „Keep Activity“ umbenannt, die ebenfalls standardmäßig aktiviert ist. Bei aktivierter Einstellung können Unterhaltungen zur Verbesserung von Googles Modellen genutzt werden, und ein „Teil der Chats“ wird von menschlichen Prüfern gelesen. Diese Daten werden bis zu drei Jahre aufbewahrt. Bei Deaktivierung dieser Option endet die Nutzung der Konversationen für das Training, jedoch speichert Google jede Unterhaltung noch 72 Stunden lang.

Microsofts Copilot bietet zwei separate Kontrollen für das Modelltraining: „Training on conversation activity“ und „Training on voice conversations“. Beide können über das Profil-Symbol, dann unter „Privacy“ in den Einstellungen gefunden werden. Ein Opt-out verhindert lediglich die zukünftige Nutzung von Gesprächen für das Modelltraining und hält Microsoft nicht davon ab, Chats für Werbung oder allgemeine Produktverbesserungen zu nutzen.

Grok, ein Dienst von X, meldet standardmäßig jedes Konto für das Training an, einschließlich öffentlicher Beiträge und privater Konversationen mit dem SpaceXAI-Chatbot. Nutzer können die Datenfreigabeoption unter „Privacy and safety“ deaktivieren, um ihre Beiträge und Interaktionen von zukünftigen Trainings auszuschließen.

Anders sieht es bei Meta aus: In den USA gibt es keine Möglichkeit, sich gegen die Nutzung der eigenen Daten für das Modelltraining zu wehren. Nutzer in Großbritannien und der EU sind jedoch durch die Datenschutzgrundverordnung (GDPR) geschützt und können der Nutzung ihrer Informationen für das Training widersprechen.

Das wachsende Bewusstsein für den Schutz der eigenen Daten in der digitalen Welt hat viele Nutzer dazu veranlasst, bewusste Entscheidungen über die Verwendung ihrer Informationen zu treffen. In Anbetracht der Tatsache, dass Daten eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung und Verbesserung von KI-Modellen spielen, bleibt die Frage, wie Unternehmen und Verbraucher gemeinsam einen Ausgleich zwischen Innovation und Privatsphäre finden können.