Norton hat seinen „Genie“-Betrugserkenner direkt in die KI-Modelle Claude und ChatGPT integriert. Diese Neuerung verleiht den Chatbots eine Ebene realer Bedrohungsintelligenz, die sie bisher nicht hatten. Die Integration ermöglicht es Nutzern, verdächtige Nachrichten, Links, E-Mails oder Screenshots einzufügen und eine Analyse zu erhalten, die auf Nortons Sicherheitsinfrastruktur basiert. Dazu gehören Datenbanken zur URL-Reputation, Umleitungsverfolgung, Domain-Historie und Mustererkennung für Phishing.
Diese Entwicklung ist ein bedeutender Schritt, da allgemeine KI-Modelle zwar gut darin sind, verdächtige Sprache zu erkennen, aber oft an der tiefgehenden Bedrohungsanalyse scheitern. Ein KI-Chatbot kann zwar den Verdacht auf Phishing hegen, aber Norton kann die Links verfolgen und die Ergebnisse überprüfen, was insbesondere bei Bedrohungen wichtig ist, die auf den ersten Blick legitim erscheinen. Dazu zählen Phishing-Seiten, die Banken perfekt imitieren, oder verkürzte URLs, die zu schädlichen Websites führen.
Nortons Bedrohungsforschung hat gezeigt, dass über 90 Prozent der Bedrohungen, die Verbraucher im Jahr 2025 betreffen, aus Betrug, Phishing und gefälschter Werbung resultieren. Forscher verfolgen täglich über 1.000 neue gefälschte Online-Shops. Diese Bedrohungen haben reale wirtschaftliche Auswirkungen: Laut der Federal Trade Commission (FTC) verloren Amerikaner im letzten Jahr Milliarden durch Betrug in sozialen Medien, eine Verachtfachung im Vergleich zu 2020. Opfer von Steuerbetrug verloren durchschnittlich 8.401 US-Dollar pro Fall.
Ein besonderer Vorteil der Norton-Integration besteht darin, dass sie nicht nur Links scannt, sondern auch den Kontext einer Nachricht liest. Dies umfasst die Sprache der Dringlichkeit, die Taktiken der Identitätsfälschung und die Anfragen nach sensiblen Informationen. Diese umfassende Analyse ist etwas, das ein eigenständiger Chatbot nicht leisten kann.
Die Nutzung der Norton-Integration ist für bestehende Nutzer von Claude oder ChatGPT kostenlos und stellt somit eine kostengünstige Ergänzung für Abonnenten dar. Nortons eigenständige Abonnements beginnen in den USA bei 2,50 Dollar pro Monat für AntiVirus Plus und gehen bis zu 4,17 Dollar pro Monat für Norton 360 Deluxe, das fünf Geräte abdeckt und zusätzliche Funktionen wie ein VPN und Dark-Web-Überwachung bietet.
Hinter der Integration steht Gen Digital, die Muttergesellschaft von Norton, die auch für Avast verantwortlich ist. Gen Digital setzt verstärkt auf KI-basierte Lösungen und hat kürzlich die Sicherheits-App von Avast überarbeitet, um ein modulares System anzubieten. Diese Strategie zeigt, wie das Unternehmen seine Marken in KI-native Kontexte einbindet.
Insgesamt stellt die Integration des Norton-Genie-Scanners in die KI-Modelle Claude und ChatGPT eine bedeutende Verbesserung der Sicherheitsfunktionen dar, die es Nutzern ermöglicht, sich besser gegen die wachsende Bedrohung durch Betrug und Phishing zu schützen. Diese Entwicklung unterstreicht die wachsende Bedeutung von KI und Bedrohungsintelligenz im Kampf gegen Cyberkriminalität.