In einer aktuellen Studie wird die Einstellung von Hochschullehrern für Englisch als Fremdsprache (EFL) gegenüber der Nutzung von ChatGPT als generatives KI-Tool untersucht. Die Forschung basiert auf einem erweiterten Technology Acceptance Model (TAM), um die emotionalen und kognitiven Reaktionen der Lehrkräfte zu analysieren. Insgesamt wurden 187 gültige Umfrageantworten sowie qualitative Analysen von offenen Reflexionen ausgewertet, um die Bereitschaft der Lehrkräfte zur Integration von ChatGPT in den Unterricht zu ergründen.
Die Untersuchung zeigt, dass die wahrgenommene Nützlichkeit und die einfache Handhabung des Tools maßgeblich die Einstellung der Lehrkräfte beeinflussen. Diese Einstellungen wiederum sind entscheidend für ihre Verhaltensabsichten, ChatGPT in ihren Lehralltag zu integrieren. Interessanterweise wirken sich Faktoren wie Selbstwirksamkeit und unterstützende Bedingungen positiv auf die Einschätzung der Benutzerfreundlichkeit aus, wohingegen wahrgenommene Ängste und technologische Komplexität keinen direkten Einfluss haben.
Des Weiteren ergab die Mediationsanalyse, dass unterstützende Bedingungen und Selbstwirksamkeit die Akzeptanz indirekt über die Kernvariablen des TAM fördern. Vorherige Erfahrungen mit KI zeigten hingegen nur minimale Auswirkungen auf die Einstellung der Lehrkräfte. Qualitative Daten unterstreichen, dass Lehrkräfte ChatGPT vor allem für die Unterrichtsplanung, die Inhaltsgenerierung und die Förderung der Schülerbeteiligung schätzen. Gleichzeitig bestehen jedoch Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit des Tools, der digitalen Chancengleichheit und der pädagogischen Ausrichtung.
Die Ergebnisse der Studie heben die entscheidende Rolle von Hochschullehrern bei der erfolgreichen Implementierung von ChatGPT hervor. Die Autoren plädieren für eine kontinuierliche institutionelle Unterstützung, zielgerichtete praktische Schulungen und ein nutzerzentriertes Design, um die Kluft zwischen Theorie und Praxis im KI-unterstützten EFL-Unterricht zu überbrücken.
Die Forschung wurde durch den Teaching Development Fund der Xi’an Jiaotong-Liverpool University sowie durch ein spezielles Projekt der Hochschulen in der Provinz Jiangsu zur Reform des Fremdsprachenunterrichts unterstützt. Die ethischen Standards wurden eingehalten, und es wurde eine elektronische Einwilligung der Teilnehmer eingeholt, die umfassend über den Zweck der Studie informiert wurden.
Diese Studie trägt dazu bei, das Verständnis für die Akzeptanz von Technologien im Bildungsbereich zu vertiefen und bietet wertvolle Einblicke in die Faktoren, die die Nutzung von generativen KI-Tools in der Hochschulbildung beeinflussen. Sie legt nahe, dass eine erfolgreiche Implementierung von ChatGPT nicht nur von der Technologie selbst abhängt, sondern ebenso von den Bedingungen, die ihre Anwendung erleichtern, und den Schulungen, die den Lehrkräften zur Verfügung stehen.