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ChatGPT nutzt heimlich Google-Daten: Was dahinter steckt und warum es wichtig ist

OpenAI nutzt heimlich Google-Suchdaten, um ChatGPT zu verbessern, und schafft es damit, in Echtzeit auf aktuelle Fragen zu antworten und die Konkurrenz zu überholen. Trotz Googles früherer Ablehnung, den Suchindex zu teilen, zeigt sich, dass Geschäftspragmatismus manchmal über Wettbewerbskonflikte siegt.
ChatGPT nutzt heimlich Google-Daten: Was dahinter steckt und warum es wichtig ist

In einer überraschenden Wendung hat sich herausgestellt, dass OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, auf Google-Suchdaten zugreift, um seine Antworten zu verbessern. Diese Enthüllung kommt zu einem Zeitpunkt, in dem OpenAI bestrebt ist, Google Search als bevorzugtes Suchwerkzeug der Nutzer abzulösen. Berichten zufolge nutzt OpenAI die Dienste von SerpApi, einem Web-Scraping-Dienst aus Austin, Texas, um Google-Suchergebnisse in Echtzeit abzurufen. Diese Daten helfen ChatGPT, aktuelle Informationen in Bereichen wie Nachrichten, Sport und Finanzmärkte bereitzustellen, in denen OpenAIs eigene Technologien noch hinterherhinken.

Interessanterweise hatte Google im vergangenen Jahr eine direkte Anfrage von OpenAI abgelehnt, Zugang zu seinem Suchindex zu gewähren, um die Leistung von ChatGPT zu verbessern. Dies wurde in Dokumenten enthüllt, die im Rahmen des laufenden Kartellrechtsstreits von Google mit dem US-Justizministerium vorgelegt wurden. Trotz dieser Ablehnung mietet OpenAI derzeit Server von Google Cloud, um ChatGPT zu betreiben, was darauf hindeutet, dass wirtschaftliche Überlegungen oft vor dem Wettbewerb stehen.

SerpApi, das auch Kunden wie Meta, Apple und den ChatGPT-Rivalen Perplexity bedient, spielte eine entscheidende Rolle beim Zugang zu den Google-Daten. Obwohl OpenAI einst öffentlich auf der Website von SerpApi als Kunde aufgeführt war, wurde dieser Verweis inzwischen entfernt. Trotz der Konkurrenz hat Google bisher keine rechtlichen Schritte unternommen, um SerpApi zu stoppen. Dies könnte auf regulatorischen Druck zurückzuführen sein, der Google dazu zwingen könnte, seinen Suchindex für Wettbewerber zu öffnen.

Ein bemerkenswertes Experiment eines ehemaligen Google-Ingenieurs hat gezeigt, dass ChatGPT tatsächlich auf Google-Suchergebnisse zurückgreifen könnte. Der Ingenieur erstellte Dummy-Webseiten, die ausschließlich im Google-Index erschienen, und stellte fest, dass ChatGPT in seinen Antworten Informationen von diesen Seiten verwendete. Dies legt nahe, dass die kurzen Antworten, die Google am Anfang seiner Suchergebnisse anzeigt, möglicherweise von ChatGPT genutzt werden.

Diese Praxis wirft Fragen zur Nutzung proprietärer Methoden von Google durch OpenAI auf. Obwohl OpenAI über einen eigenen Webcrawler und Zugang zur Bing-Such-API von Microsoft verfügt, scheint dies nicht auszureichen, um die Genauigkeit und Reichweite von Google zu erreichen, insbesondere bei weniger häufigen Anfragen.

OpenAI hat ambitionierte Pläne, mit ChatGPT einen größeren Anteil am Suchmarkt zu erobern. Derzeit hat ChatGPT weltweit etwa 700 Millionen wöchentliche Nutzer und generiert einen prognostizierten Jahresumsatz von 10 Milliarden US-Dollar. Damit steht es jedoch noch deutlich hinter Googles gigantischem Suchvolumen von über 5 Billionen Suchanfragen pro Jahr.

Neben Abonnements erwägt OpenAI, Anzeigen ähnlich wie Perplexity einzuführen und Partnerschaften einzugehen, um auch kostenlose Nutzer zu monetarisieren. Dies spiegelt Googles Ansatz bei der Monetarisierung von Shopping-Ergebnissen wider. Ob Google jedoch jemals bereit sein wird, Produkt- oder Shopping-Daten an OpenAI zu lizenzieren, bleibt abzuwarten. Dennoch ist klar, dass der Kampf um die Zukunft der Suche intensiver wird, insbesondere da OpenAI auf die Tools seines Hauptkonkurrenten zurückgreift, um seine eigenen Dienste zu stärken.