Seit drei Monaten nutze ich das neue Abonnement-basierte KI-Assistenzsystem Alexa+ von Amazon. Diese verbesserte Version soll Alexa natürlicher, proaktiver und insgesamt hilfreicher machen. Nach Jahren, in denen ich standardisierte Befehle wie „Alexa, schalte das Licht ein“ benutzt habe, war ich neugierig, ob diese neue generative KI mein Smart Home tatsächlich intelligenter machen könnte. Meine Erfahrungen zeigen, dass Alexa+ einen großen Schritt nach vorne gemacht hat, obwohl es noch nicht ganz perfekt ist.
Ein markanter Unterschied bei Alexa+ ist die verbesserte Gesprächsfähigkeit. Die Assistenz versteht problemlos Gespräche mit meiner vierjährigen Tochter, die Sprachverzögerungen hat. Alexa+ erkennt sofort, wer spricht, wenn meine Tochter ihr Konto verwendet. Auch meine Familie und ich erleben einen natürlicheren Austausch, bei dem Alexa+ den Kontext über mehrere Gesprächsschritte hinweg behält. Wenn ich beispielsweise sage „Mach es ein wenig dunkler“, weiß Alexa+, dass ich immer noch über das Licht spreche. Dies verdanken wir der neuen Sprachmodell-Technologie Nova von Amazon, die die Gedächtnis- und Schlussfolgerungsfähigkeiten von Alexa stärkt.
Ein weiteres Highlight ist die verbesserte Steuerung des Smart Homes. Routinen können jetzt direkt erstellt werden, ohne sich durch App-Menüs zu kämpfen. Wenn ich sage, „Dimme jeden Abend um 21 Uhr das Licht und senke die Temperatur“, erstellt Alexa+ die entsprechende Automatisierung sofort. Diese Funktion spart viel Zeit und ist besonders nützlich für Familien mit komplexen Zeitplänen.
Besonders beeindruckend ist auch das neue Erlebnis mit Echo Show Geräten. Auf meinem Echo Show 21 fungiert Alexa+ jetzt als zentrales Dashboard, das Wetter, Verkehr, Familienkalender und Smart-Home-Widgets anzeigt. Durch Gesichtserkennung kann Alexa den Bildschirm auf die anwesende Person zuschneiden, was die Nutzung für jeden in der Familie personalisiert und optimiert.
Alexa+ glänzt auch bei der Verwaltung von Listen, Erinnerungen und Zusammenfassungen. Ich kann beispielsweise nach Details eines bevorstehenden Elternabends fragen, und Alexa+ erinnert sich an Zeit und Datum. Diese Funktion ist ein echter Lebensretter im Umgang mit den vielen Terminen und Aufgaben, die ich jonglieren muss.
Eine meiner Lieblingsfunktionen ist die visuelle Erkennung. Mit Kameras ausgestattete Geräte können jetzt Objekte erkennen und hilfreiche Informationen liefern. Als ich Alexa+ eine Zimmerpflanze zeigte und fragte, was daran falsch sei, identifizierte es Überwässerung als wahrscheinliche Ursache. Diese Funktion erstreckt sich auf Lebensmittel, Möbel und Dekorationsgegenstände und bietet eine der aufregendsten Anwendungen von KI im häuslichen Umfeld.
Trotz all dieser Fortschritte gibt es einen Bereich, in dem Alexa+ noch nicht überzeugt: Aktionen im Sinne eines „Agenten“. Obwohl es theoretisch möglich sein sollte, über Alexa+ Bestellungen aufzugeben oder Reservierungen vorzunehmen, sind diese Funktionen in der Praxis noch nicht ausgereift. Viele Integrationen befinden sich noch in der Testphase und sind nur in bestimmten Regionen der USA verfügbar, was die Erwartungen an eine vollumfassende Assistenz noch nicht erfüllt.
Insgesamt ist Alexa+ Amazons bisher ehrgeizigster Schritt in der Evolution der digitalen Assistenz. Es ist konversationsfähiger, kontextbewusster und visuell leistungsfähiger als je zuvor. Für Prime-Mitglieder ist es im Abonnement enthalten, für alle anderen kostet es 19,99 US-Dollar pro Monat. Wer bereit ist, die neuesten Echo Show Geräte zu nutzen, sollte Alexa+ definitiv ausprobieren. Wer jedoch eine vollwertige persönliche Assistenz wie Rosie aus „Die Jetsons“ erwartet, sollte sich auf weitere Updates gedulden. Bis 2026 könnte Alexa+ dann tatsächlich den hohen Erwartungen gerecht werden.